Weingalerie




 

Manfred Hailer stellt für die Weingalerie vor:
Das Weingut Bergdolt-Reif & Nett in der Pfalz

Eine Reihe traditionsreicher und für ihre hochwertigen Qualitäten bekannte Weingüter, ansonsten Massenweinproduktion:
Viele Weinliebhaber sind mit ihrer Bewertung der Pfalz (allzu) schnell bei der Hand.



In die sanfte Hügellandschaft in diesem Teil der Pfalz eingebettet liegen auch die Weingärten der Familie Weingutes Bergdolt-Reif & Nett, die unter anderem Besitz im „Filetstück“ des Mandelberges hat. 


Sie übersehen dabei, dass sich gerade im zweitgrößten deutschen Anbaugebiet mit über 23 000 Hektar Rebfläche eine Garde junger Winzer heimlich, still und leise anschickt, aus dem Schatten der „Großen“ zu treten. Einer davon ist Winzermeister Christian Nett (Jahrgang 1981), der bereits in jungen Jahren die volle Verantwortung in den Weinbergen und im Keller des Weingutes Bergdolt-Reif & Nett in Duttweiler, einem Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße, übernommen hat. Der Winzermeister erzeugt dort Weine, die von ihrem Terroir geprägt sind und in ihrer besonders geschmeidigen Art die unverwechselbare Handschrift von Christian Nett tragen – nicht nur zu Hause wunderschön zu trinken, sondern auch Gastronomieweine par excellence.




Zur Garde der aufstrebenden jungen Winzer in der Pfalz zählt Christian Nett (Jahrgang 1981), der Neuem gegenüber aufgeschlossen ist, aber auch mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tradition steht. 


Mit beiden Beinen auf dem Boden der Tradition

Der Dreifachname des Weingutes hat seinen Ursprung in dessen Geschichte, die mit dem alten Kloster St. Lamprecht (gegründet 977) in Verbindung steht. Im Jahre 1754 kaufte Jakob Bergdolt das Klostergut und im Jahre 1900 entstand das Weingut Bergdolt durch Erbteilung unter drei Brüdern in seiner heutigen Form. Doch auch wenn der aktuelle Name Bergdolt-Reif & Nett als Ergebnis von Adoption und Einheirat „holprig“ klingen mag: Was die Weinerzeugung betrifft, läuft heute in dem Betrieb alles rund. Und das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, denn Christian Nett hat seit 2001 – dem ersten Jahrgang, den er in eigener Verantwortung produzierte – auf dem 30 Hektar großen Weingut einiges umgekrempelt und eine Reihe von Neuerungen eingeführt.
Dabei gebärdete er sich freilich nicht wie ein „junger Wilder“, der im Handstreich alles Althergebrachte über den Haufen werfen will. Der 27-Jährige steht vielmehr als besonnener Jungwinzer mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tradition, ist aber aufgeschlossen gegenüber Neuem – sofern es sich mit seiner naturbetonten Art der Weinerzeugung und mit seinem kompromisslosen Qualitätsstreben vereinbaren lässt und dazu beiträgt, seine Weine noch besser zu machen. Christian Nett blickt über den Tellerrand der Pfalz hinaus, ist weltoffen – obwohl er im Gegensatz zu anderen Jungwinzern, die im europäischen Ausland oder sogar in Übersee Erfahrungen sammeln konnten, in seinen Lehrjahren nie über seine Heimat hinausgekommen ist, wie er erzählt: „Mit meinem 80er-Moped hatte ich einen eingeschränkten Aktionsradius“ – doch der reichte aus, um bei Topwinzern wie August Ziegeler, Dr. Deinhard und vor allem Müller-Catoir anzuheuern.

Gutseigene Qualitätspyramide eingeführt

Als sein „größtes Kapital“ betrachtet Christian Nett das „Terroir“ in einer fast mediterranen Landschaft, in der bei einer Höhe von 120 bis 140 Metern über dem Meeresspiegel neben Weintrauben auch Kiwis und Feigen, Mandeln und Esskastanien gedeihen. „Wir arbeiten in Harmonie mit der Natur; sie bestimmt über das ganze Jahr unsere Arbeit, besonders im Weinberg“, erklärt der 27-Jährige, der eine klare Philosophie hat: „Die Qualität des Weines wächst immer im Weinberg“, während man die Eingriffe im Keller auf das Nötigste beschränken sollte. Allerdings mache die Natur allein noch keinen guten Wein; dazu gehöre viel Handarbeit im Weinberg und Verständnis für das spezielle Terroir, beginnend bei der Rebsortenwahl: „Die Eigenheiten und das Potenzial einer Parzelle kann man nur mit der richtigen Wahl der darauf angepflanzten Rebsorte herauskitzeln“.
Das hört sich zunächst nach einem Widerspruch zu der wohl radikalsten Umwälzung auf dem Weingut an, für die Christian Nett gesorgt hat. Mit der Einführung einer betriebseigenen Klassifikation der Weine sind nämlich nicht nur Kabinett, Spätlese und Auslese von den Etiketten verschwunden – oder wie der 27-Jährige sagt: „Ich habe mich vom Öchsle-Diktat befreit“. Mit diesen im Weingesetz verankerten Bezeichnungen hat er auch gleich die Lagennamen gestrichen. Vier Stufen umfasst seine Qualitätspyramide, beginnend mit der Linie „Creation“ (für die einfachen Gutsweine als Cuvées) über „Tradition“ (unkomplizierte, aber bereits anspruchsvollere Rebsortenweine für den täglichen Genuss) und „Avantgarde (selektiv gelesene, charaktervolle und in der Qualität bereits sehr gehobene Weine) bis zu „Prestige“. Dieses Label ist raren, hochreifen und opulenten Spitzenprodukten aus den Burgunderrebsorten vorbehalten, die in sehr limitierter Flaschenzahl nur in den Jahrgängen produziert werden, in denen es die Natur besonders gut meint.



Eine lange Tradition hat das Weingut Bergdolt-Reif & Nett in Duttweiler, einem Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße. Es entstand im Jahre 1900 durch Erbeteilung eines ehemaligen Klostergutes, das sich bereits seit 1754 im Besitz der Familie befand.  


Das Kuriosum Duttweiler und Kirrweiler Mandelberg

Da fragt man sich: Wo bleibt bei dieser Klassifikation das von dem Jungwinzer beschworene „Terroir“? Doch Christian Nett liefert für den vermeintlichen Widerspruch eine schlüssige Erklärung. Nachdem man bei den Flachlagen in dieser Gegend von „Weinbergen“ kaum sprechen kann und die Böden weitgehend gleichmäßig aus Lehm und Löss bestehen, macht eine Unterscheidung von Lagen nach Ansicht des 27-Jährigen wenig Sinn. Nicht einmal die Tatsache, dass man mit dem Mandelberg eine Lage zu bieten hat, die sogar vom VDP als „Großes Gewächs“-würdig eingestuft wird, kann Christian Nett in seiner Meinung umstimmen. Mit dem Mandelberg ist das aber auch eine kuriose Sache …
Das Weingut Bergdolt-Reif & Nett besitzt Parzellen im Kern des Mandelberges, der das eigentliche Filetstück der Lage mit rund 20 Hektar ist. Der „Kirrweiler Mandelberg“ umfasst mittlerweile aber – „leider“, wie Christian Nett sagt – mehr als 250 Hektar; sein Wert und Image haben schwer darunter gelitten. Ähnliches gilt für den unmittelbar anschließenden Duttweiler Mandelberg mit gleichem Boden und gleicher Hangneigung. Was eigentlich zusammengehört, wurde im Jahre 1950 durch einen Straßenbau mitten durch den Berg jedoch zerschnitten. Zweiter Akt der Zwangstrennung: Im Jahre 1970 wurde per Weingesetz auch noch entschieden, dass diese Straße die Grenze der beiden Pfälzer Bereiche Mittelhardt und Südliche Weinstraße darstellt.
Für Christian Nett bedeutet das, dass er bei der Erzeugung von Prädikatsweinen keinen Liter von der einen Seite des Mandelberges mit der anderen zusammenbringen darf. Also entweder gegen das Weingesetz verstoßen oder zwei getrennte „Minifüllungen“ machen (etwa von April bis September den Duttweiler Mandelberg und von Oktober bis März den Kirrweiler Mandelberg), was kein Weintrinker verstehen würde – oder das Problem durch einen weitgehenden Verzicht auf Lagennamen ganz pragmatisch lösen, so wie der 27-Jährige das getan hat.

Schwergewicht auf den Burgundersorten

Äußerst breit gefächert ist das Rebsortensortiment auf dem Weingut Bergdolt-Reif & Nett; vielleicht sogar etwas zu breit, weshalb Christian Nett über eine Straffung und eine noch bessere Betonung der Stärken nachdenkt. Diese liegen unter anderem bei den weißen Burgunderreben, die zusammen 30 % der gesamten Rebfläche (jeweils 15 % Grau- und Weißburgunder) belegen und in allen Qualitätsstufen erzeugt werden. Alte und qualitativ besonders hochwertige Burgunderreben in der Toplage Mandelberg bezeichnet der 27-Jährige als „Schatz unseres Weingutes“. Er hat daraus mittlerweile einen eigenen Weißburgunder-Klon selektiert und 2006 eine Parzelle komplett mit den ursprünglichen Reben bepflanzt. Seit 2002 wird die Burgunderkollektion von etwas Chardonnay ergänzt, mit dem Christian Nett ebenfalls bereits gute Ergebnisse erzielt.
Große Stücke hält der Jungwinzer – wie meine Verkostung gezeigt hat mit gutem Grund – außerdem auf seine aromatischen Rebsorten (Scheurebe, Muskateller, Gewürztraminer, Sauvignon Blanc), die 15 % der Produktionsfläche einnehmen. Den gleichen Anteil haben zusammen weitere Rebsorten vom Müller-Thurgau über Dornfelder bis zum Merlot. Die wichtigste rote Rebsorte ist aber natürlich der Spätburgunder mit 10 % der Rebfläche. Seinen Riesling dagegen sieht Christian Nett trotz eines stattlichen Flächenanteils von 20 % als „Nischenprodukt“ – freilich eines, das in seiner kräftig-aromatischen, bekömmlichen und zugänglichen Art eine große Fangemeinde hat.

Dem Wein und sich selbst Ruhe gönnen

Im Weinberg legt Christian Nett größten Wert darauf, gesunde Trauben in physiologischer Vollreife zu ernten. Während er beim „Pokerspiel“ des richtigen Erntezeitpunkts auch einmal ein Risiko eingeht, setzt er bei der Kelterung im Keller auf die sichere Karte – und das heißt für ihn weitestgehend Einsatz von hochwertigen Reinzuchthefen seriöser Herkunft aus Deutschland, dem Elsass oder Österreich. Im „Kleinformat“ mache man ab und an Versuche mit Spontangärung, erklärt der 27-Jährige, der dies ansonsten in erster Linie für einen „sehr guten Marketing-Gag“ hält. Christian Nett: „Es wäre einfach dumm, die ganze Arbeit eines Jahres dem Zufall zu überlassen.“ Bei einem 500-Liter-Fass könne man das sicher mal probieren, ein 5000-Liter-Fass aber „muss schon sicher sein“.
Der durch sanfte Pressung ablaufende Most wird bei dem 27-Jährigen ansonsten gut geklärt (meist ohne Filter, nur durch Schwerkraft) und lange (bis Januar) auf der Feinhefe gelagert.
Dabei lautet das Credo von Christian Nett, im Keller möglichst wenig einzugreifen, dem Wein und sich selbst Ruhe zu gönnen und keine übereilten Entscheidungen zu treffen. „Die fördernde Begleitung der Weine in ihrer natürlichen Entwicklung“ und ständiges sensibles Verkosten sieht Christian Nett als seine Hauptaufgabe. Diese Gelassenheit hat er vor allem bei seinem großen Vorbild Hans-Günther Schwarz auf dem Weingut Müller-Catoir gelernt, für den – frei zitiert – die Kunst des Winzers darin besteht, „zur richtigen Zeit das Falsche zu unterlassen“. Und noch eine wichtige Einsicht prägt die Arbeit von Christian Nett: dass ein Winzer nur ganz selten „Einzelspieler“ und in der Regel nur so gut wie sein Team ist. Und dazu gehören u. a. auch sein Vater Bernhard Nett, seine Ehegattin Katja Nett, Senior Heinz Bergdolt-Reif mit seiner unbezahlbaren Erfahrung und Lagenkenntnis sowie ein kleiner und sehr motivierter Mitarbeiterstamm.



Drei Winzergenerationen (von links): Senior Heinz Bergdolt-Reif, Bernhard Nett und Christian Nett, die mittlerweile die volle Verantwortung für die Weine übernommen hat.  


Von der Natur verwöhnt: der Jahrgang 2007

Wenn Christian Nett vom Jahrgang 2007 spricht, gerät er ins Schwärmen: „einfach super!“ Der perfekte Witterungsverlauf habe zum frühesten Beginn der Hauptlese aller Zeiten bereits am 29. August geführt und das „tolle Lesewetter“ habe zudem viel „Pokerpotential“ und eine Lesedauer von sieben Wochen erlaubt. Erst das zweite Mal in sieben Jahren konnte nach 2003 ein Wein der Prestige-Serie (ein Weißburgunder) erzeugt werden. Aber nicht nur in der Spitze wissen die 2007er Weine in der Verkostung zu überzeugen, die ganze Palette bewegt sich auf bemerkenswert hohem Qualitätsniveau.
Da darf man sich auch schon auf die noch restlichen Rotweine der Avantgarde-Linie freuen, die erst noch gefüllt werden. Hier sind aber auch die 2006er eine Empfehlung wert – und das in einem Jahr, mit dem die Winzer in der Pfalz aufgrund des starken Pilzbefalls große und für viele nicht zu bewältigende Probleme hatten. Anders beim Weingut Bergdolt-Reif & Nett: Dank einer sehr raschen und selektiven Ernte präsentieren sich die Roten überwiegend von der guten Seite, allen voran der sehr gelungene Lagrein Avantgarde und der Dornfelder Avantgarde.





Verkostungsnotizen der Weine von Bergdolt-Reif & Nett

Riesling Sekt extra brut
Auch Freunde prickelnder Weine werden beim Weingut Bergdolt-Reif & Nett sicher fündig, denn sie können aus einer breiten Palette an Sekt und Secco wählen. Nicht wirbt man im Gutsprospekt mit dem Slogan „Sekt ist unsere Leidenschaft“. Der „extra brut“ ist die am stärksten durchgegorene Variante, knochentrocken und trotzdem nicht kratzig und aggressiv in Speiseröhre und Magen. Dieser zartfruchtige (Pfirsich, grüner Apfel) und dezent mineralische Rieslingsekt weckt mit seiner animierenden Frische und Saftigkeit die Lebensgeister. Wer einen solchen Winzersekt aus deutschen Landen im Glas hat, fragt sich unweigerlich, warum noch immer so viele Leute die deutlich teureren und bei weitem nicht so feinen Basisqualitäten der großen Champagnerhäuser in rauen Mengen trinken.

Bewertung: 15,5/20 Punkte
Preis: 9,55 Euro



2007 Müller-Thurgau Tradition, Qualitätswein trocken
In der großen Anbauflächen- und Rebsortenerhebung 2007 ist der Müller-Thurgau mit einem Flächenrückgang von rund 5000 Hektar in nur sechs Jahren der Hauptverlierer, auch wenn er in der Statistik mit knapp 14 000 ha noch immer die Nummer 2 hinter Riesling (22 000 ha) ist. Eine gewaltige Menge an Massenweinen ist damit vom Markt verschwunden – man könnte auch sagen, eine Rebsorte schrumpft sich gesund, um in Zukunft wieder besser zeigen zu können, was wirklich in ihr steckt. Auch Weinmacher Christian Nett hat nur die besten Parzellen behalten und das hat sich gelohnt. Sein Müller-Thurgau ist überaus duftig, am Gaumen harmonisch und im besten Sinne süffig mit feiner Würze (ein Hauch Muskat), sommerlicher Frische und Frucht (grüner Apfel), saftiger Säure und guter Länge. Ein besonderer Tipp, vor allem zu diesem unschlagbaren Preis!

Bewertung: 14,5/20 Punkte
Preis: 4,50 Euro



2007 Grauburgunder Tradition, Qualitätswein trocken
Der einfache Grauburgunder im Sortiment von Bergdolt-Reif & Nett, aber ein durchaus ambitionierter Wein, der den leichten, frischen und süffigen Typus dieser Rebsorte bestens verkörpert. Das zartduftige Bukett wird bestimmt von feinen Fruchtnoten (Apfel, Birne, Melone) mit „leisen“ mineralischen Tönen im Hintergrund und einer animierend saftigen Säure am Gaumen. Ein Wein, der sich nicht in den Vordergrund spielt, sondern unbeschwert trinken lässt und verschiedene Speisen dezent begleiten kann. In seiner Art sehr gut gemacht und die bessere Alternative zum oft charakterlosen Pinot-Grigio-Einerlei aus Italien.

Bewertung: 14/20 Punkte
Preis: 6,25 Euro



2007 Grauburgunder Avantgarde, Qualitätswein trocken
Deutlich mehr Fülle, Extrakt und Intensität zeichnen diesen Grauburgunder gegenüber seinem „kleinen Bruder“ aus. In der Nase. Rebsortentypische Nase mit dezenter Frucht (reifer Apfel, Birne), süßlich nussigen Aromen (Gebäck) und mineralischer Würze. Es kommt nicht oft vor, dass stattliche 7,5 g/l Säure in einem Grauburgunder trotz ihrer deutlichen Präsenz (leichte Zitrusnote) so gut eingebunden sind und sich am Gaumen so geschmeidig präsentieren. Das spricht für den bestmöglichen Reifezustand des Traubengutes. Auch der Nachhall kann sich sehen – oder besser gesagt schmecken – lassen.

Bewertung: 15,5/20 Punkte
Preis: 10,50 Euro



2007 Weißburgunder Avantgarde, Qualitätswein
Ein nicht ganz trockener Bilderbuch-Weißburgunder, sofern man keine „Berührungsängste“ mit etwas höherem Restzucker – in diesem Fall sind es 12,2 g/l – hat. Die wären aber auch völlig unangebracht, denn die gesunde Säure gibt diesem Wein eine gute Struktur und das nötige „Gerüst“, um nicht zu süßlastig zu wirken. Schon der Duft (Lindenblüten, gelbe Gewürze) mit seinen süßlichen Noten ist mit einem Wort einladend und macht Lust auf den ersten Schluck, der hält, was die Nase versprochen hat: cremig, schmeichelnd und mit einer feinen Säure gleitet dieser Wein über den Gaumen und schmiegt sich lange an.

Bewertung: 16/20 Punkte
Preis: 10 Euro




Hier ruhen die Weine ihrer Reife für die Flaschenfüllung entgegen: ein Blick in den Fasskeller des Weingutes Bergdolt-Reif & Nett.  


2007 Riesling Avantgarde, Qualitätswein trocken
Der Riesling ist mit einem Anteil von 20 % an der Rebfläche aktuell die am meisten angebaute Einzelrebsorte auf dem Weingut Bergdolt-Reif & Nett. Daraus produziert man einen Wein, der sein Terroir bestens zum Ausdruck bringt und ebenso ein authentischer Pfälzer wie ein typischer Vertreter des Weingutes ist: das Bukett geprägt von pflanzlichen (grüne Kräuter) und mineralischen Noten, eingebettet in eine schöne Frucht (Pfirsich, Zitrus), im Mund mit kräftiger Säure und einem reizvollen Spiel mit den 8,3 g/l Restzucker. Lediglich eine leichte Dropsnote stört das Geschmacksbild. Auch hier bleibt Christian Nett seiner Linie treu, besonders runde und geschmeidige Weine zu produzieren.

Bewertung: 15/20 Punkte
Preis: 11 Euro



2007 Sauvignon Blanc Avantgarde, Qualitätswein trocken
Aus dieser Rebsorte werden nicht nur in ihrer französischen Heimat (z. B. an der Loire und in Bordeaux) erstklassige Weine erzeugt, sondern u. a. auch in der Steiermark und in Südtirol. Warum also nicht auch in Deutschland? Für das große Potenzial, das sie hierzulande haben könnte, tritt Winzer Christian Nett mit diesem Wein den eindrucksvollen Beweis an. Der Duft ist – wie man es von einem Sauvignon Blanc erwartet – sehr charaktervoll, dabei aber fein und nicht so überladen wie so viele Weine aus dieser Rebsorte vor allem aus Übersee. Dieser Sauvignon überzeugt durch seine kristallklare Aromatik (Stachelbeere, Paprika, Holunderblüten, Basilikum), seinen trotz rassiger Säure harmonischen Geschmackseindruck und sein herrlich frisches Rückaroma, das ihn wieder als erstklassigen Sauvignon ausweist.

Bewertung: 16/20 Punkte
Preis: 11,50 Euro



2007 Muskateller Avantgarde, Qualitätswein trocken
Auf die aromatischen Rebsorten hält man im Weingut Bergdolt-Reif & Nett große Stücke und sie finden dort auch ein ideales Terroir und die richtige Winzerhand, um ihre Vorzüge voll zur Geltung bringen zu können. Der Muskateller Avantgarde ist dafür ein Paradebeispiel: Er besticht zunächst durch sein sortentypisches und glasklares Bukett mit Aromen von Muskat, Holunderblüten und Orangenschalen, um sich dann auch am Gaumen in sehr gutem Gleichgewicht zwischen Fruchtzucker und Säure in Verbindung mit einer leichten Zitrusnote zu präsentieren. Jeder Schluck macht Lust auf den nächsten …

Bewertung: 16/20 Punkte
Preis: 10,50 Euro



2007 Gewürztraminer Avantgarde, Kirrweiler Mandelberg
Was zuvor für den Muskateller gesagt wurde, kann man in vollem Umfang auch auf den Gewürztraminer übertragen, der ausnahmsweise auch einen Lagennamen auf seinem Rückenetikett tragen darf. Christian Nett ist mit diesem Wein ein überaus eleganter und feinduftiger Gewürztraminer geglückt, der auch unter jenen Weintrinkern Freunde finden wird, die bislang mit dieser Rebsorte nicht viel anzufangen wussten. Das in manchen Weinen fast schon penetrante Rosenwasseraroma übt sich hier in wohl tuender Zurückhaltung und lässt mehr Platz für eine exotische Frucht (Litschi, Mango) und feine Würze. Im Mund werden die 44 g/l Restzucker von einer gesunden Säure gut getragen.

Bewertung: 15,5/20 Punkte
Preis: 10,50 Euro



2007 Weißburgunder Prestige, Qualitätswein trocken
Die Natur hat es im Jahrgang 2007 auch mit dem Weingut Bergdolt-Reif & Nett sehr gut gemeint und ihm erlaubt, mit diesem Weißburgunder wieder einmal einen ihrer raren Weine unter dem Label „Prestige“ zu erzeugen. Dieses bleibt den absoluten Spitzenqualitäten in den besten Jahrgängen vorbehalten, was auf diesen Wein in vollem Umfang zutrifft. In den reintönigen Duft mischen sich Noten von Zitrus, Orange, Lindenblüten und süßlicher Banane, aber auch eine reizvolle Kräuterwürze. Der Gaumen hält, was die Nase verspricht, wobei sich jetzt noch mineralische und nussige Aromen, eine prononcierte Säure und eine feine Cremigkeit dazu gesellen. Ein Wein mit Konzentration und Tiefe, der noch erhebliches Entwicklungspotenzial haben sollte.

Bewertung: 17/20 Punkte
Preis: 17,50 Euro



2007 Portugieser Tradition, Qualitätswein trocken
Von dieser Rebsorte darf man keine qualitativen Höhenflügen erwarten, sondern man sollte wissen, was auf Nase und Gaumen zukommz: im besten Fall ein süffiger Alltagswein. Der Tradition von Bergolt-Reif & Nett ist ein ehrlicher, ungeschminkter, für die Rebsorte typischer und gut gemachter Wein, der rote Früchte, Kaffee und einen Hauch Veilchen im Bukett hat. Im Mund nimmt man eine leichte Bittermandelnote wahr. Ein netter Wein für den täglichen Genuss, der besonders Leuten zu empfehlen ist, die gerne auch Rotweine ohne Säure und Tannin trinken. Im Sommer leicht gekühlt auch eine gute Alternative zum Rosé.

Bewertung: 13/20 Punkte
Preis: 5,75 Euro





2006 Lagrein Avantgarde, Qualitätswein trocken
Von einer Reise nach Südtirol brachte Christian Nett 2003 den Lagrein mit und pflanzte auf Anhieb die maximal erlaubten 1500 Reben – und das mit großem Erfolg, denn schon in den ersten Jahrgängen weiß dieser Wein zu überzeugen und stellt eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die besten Weine aus dieser Rebsorte im nördlichen Italien dar. In das ausdrucksstarke Bukett mischt sich eine satte Ladung schwarzer Beeren, Lakritze und Kräuterwürze. Die typische etwas rustikale Struktur des Lagrein präsentiert sich am Gaumen in einer geschliffenen Verpackung mit guter Harmonie zwischen Tannin, Säure und Frucht, ehe der Wein lange und angenehm nachklingt.

Bewertung: 16,5/20 Punkte
Preis: 13 Euro



2006 Dornfelder Avantgarde, Qualitätswein trocken
Hier ist Christian Nett ein Dornfelder gelungen, wie man ihn wirklich nicht alle Tage zu trinken bekommt. Obwohl konsequent durchgegoren (lediglich 0,6 g/l Restzucker) präsentiert sich dieser Wein überaus geschmeidig und zugänglich, ohne störende Ecken und Kanten – ein echter „Nett“ also. Im vielschichtigen Bukett bilden Heidelbeeren, Schwarzkirschen, Dörrfrüchte, Heu und ein Hauch Tabak eine reizvolle Melange und am Gaumen sorgen die dicke Frucht und das harmonische Verhältnis von Fruchtsüße und Säure für großen Trinkgenuss. Ein höchst gelungenes Beispiel für den Dornfelder, der nach der aktuellen großen Erhebung im deutschen Weinbau mit rund 8200 ha Anbaufläche auf Platz 4 in der Rebsortenstatistik hinter Riesling, Müller-Thurgau und Spätburgunder vorgerückt ist.

Bewertung: 16/20 Punkte
Preis: 10,50 Euro



2006 Merlot Avantgarde, Qualitätswein trocken
Der einzige Wein aus dem Hause Bergdolt-Reif & Nett, der über 18 Monate ausschließlich in neuen Barriques lagert, ist derzeit im Bukett noch von süßlichem Holz (Nadelbäume) und eigenwilligen Aromen geprägt. Unmittelbar nach dem Öffnen hat er einen etwas stechenden Geruch mit Eukalyptus und medizinalen Noten, mit längerer Belüftungszeit öffnet sich der Wein aber etwas und wird zugänglicher. Trotzdem bleibt die Frucht (rote Beeren) sehr zurückhaltend und entfaltet sich, unterlegt von einer Holundernote, erst im Mund besser. Die weiche Säure sorgt für unkomplizierten Genuss, für den hohen Alkohol wirkt der Körper aber etwas schwach. Ein Wein, dessen Entwicklung man noch abwarten muss und dessen Potenzial schwer einzuschätzen ist; in der „Momentaufnahme“ hat er es jedenfalls schwer.

Bewertung: 14–15,5/20 Punkte
Preis: 12,50 Euro



2002 Lachener Kroatenpfad, Riesling Eiswein (0,375 l)
Ein paar Flaschen gibt es auf dem Weingut Bergdolt-Reif & Nett noch von dieser Rarität, die im Jahre 2002 produziert werden konnte. Der Eiswein vom Lachener Kroatenpfad gefällt durch seine schöne Säure, die ihm trotz 190 g/l Restzucker noch Frische verleiht und ihn in keiner Phase des Genusses pappig süß wirken lässt. Leider hatte die verkostete Flasche jedoch sehr viele Schwebstoffe und eine deutliche Trübung, begleitet von einer einer sehr eingeschränkten Aromatik. Deshalb keine Wertung.



Kontaktadresse und Bezugsquelle: Weingut Bergdolt-Reif & Nett, Dudostraße 24, D-67435 Neustadt/Weinstraße, Ortsteil Duttweiler Telefon (06327) 2803, Telefax (06327) 1484, E-Mail info@weingut-brn.de, Internet www.weingut-brn.de

Anmerkung: Die angegebenen Preisen sind Endverbraucherpreise inklusive Mehrwertsteuer ab Weingut. Gesonderte Gastronomie- und Händlerkonditionen sowie Lieferbedingungen sind beim Weingut direkt zu erfragen.

Copyright: Manfred Hailer, im Februar 2009




Wenn das kein verlockendes Stillleben ist: Auch bei der Gestaltung seiner Etiketten verbindet das Weingut Bergdolt-Reif & Nett Tradition und Moderne. 


 




Weinkenner aus Passion: Manfred Hailer

Am Anfang stand vor mehr rund 30 Jahren ein wenig Interesse am Wein,
aber schnell wurde daraus eine große Leidenschaft:
Schon bald befriedigte Manfred Hailer, hauptberuflich Redakteur bei einer großen Tageszeitung im südbayerischen Raum, der Genuss guter Tropfen alleine nicht mehr, sondern wurde auch sein Wissensdurst größer und größer.

Der heute 52-Jährige nutzte deshalb zunächst selbst alle Möglichkeiten, um tiefer in die Geheimnisse des Rebensaftes einzudringen – von der Weinliteratur über Weinreisen und den Besuch großer Verkostungen etc. bis hin zur Teilnahme an anerkannten Seminaren bei Veranstaltern/Institutionen im In- und Ausland.

Mittlerweile hat Manfred Hailer rund 15.000 Weine professionell verkostet, sodass er aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen kann. Seit nunmehr rund 15 Jahren hat der 52-Jährige aus seiner Weinpassion so etwas wie seinen Nebenberuf gemacht und bietet ein umfangreiches „Weinmanagement“ von Gestaltung und Leitung von Weinseminaren über die Organisation von Weinreisen bis hin zur Beratung von Restaurants bei Weineinkauf und Gestaltung von Weinkarten.

Außerdem ist Manfred Hailer Mitinhaber eines Redaktionsbüros mit den Themenschwerpunkten Essen/Trinken und Mitautor mehrerer Bücher in dieser Sparte.

Das Weinmanagement von Manfred Hailer:

*** Organisation und Leitung von Weinseminaren (Programm auf Anfrage)
*** Weinvorträge zu den verschiedensten Themen
*** Durchführung und Kommentierung von Weinverkostungen
*** Beratung von Restaurants beim Weineinkauf
*** Moderne Gestaltung von Weinkarten
*** Weinkommentierung zu besonderen Menüs
*** Organisation von Weinreisen (Besuchen bei Winzern)

Kontaktadresse:
Manfred Hailer,
Dr.-Mayer-Straße 9,
85298 Scheyern,
Tel. 0170/800213
Fax 08441/86940
E-Mail claudia.daiber@gmx.de


 

 


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