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Manfred Hailer stellt für die Weingalerie vor: Das Weingut Jurtschitsch Sonnhof im Kamptal
Was ist das Kriterium bei der Auswahl der Weingüter, die in der Weingalerie porträtiert werden?
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Herren über einen sehenswerten Naturweinkeller (links) und hervorragende Lagen (rechts): die Jurtschitsch-Brüder Edwin, Paul und Karl (von links).
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Sie dürfen nicht nur einen Spitzenwein im Programm haben, dem sie Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken, um in den Weingazetten einmal lobend erwähnt zu werden und von den Verkostern gute Noten zu erhalten. Vielmehr müssen sie allen ihren Weinen größtmögliche Sorgfalt angedeihen lassen und auch in der Breite mit hoher Qualität überzeugen; Bedingungen, die für das Weingut Jurtschitsch Sonnhof im österreichischen Kamptal – einem bei Krems abzweigenden Nebental der Donau – wie gemacht sind. Der hohe Standard seines gesamten Sortiments ist umso bemerkenswerter, wenn man die Größe des Betriebs bedenkt: Stattliche 74 Hektar stehen unter Reben.
Für seine 2006er Weine wurde das Weingut Jurtschitsch heuer vom Weinnetzwerk Wein-Plus.de auf der ProWein in Düsseldorf bereits mit dem Titel „Kollektion des Jahres“ für die Region Niederösterreich ausgezeichnet. Bei weitem nicht die erste Auszeichnung und ganz sicher auch nicht die letzte, denn Im Jahrgang 2007 präsentiert die Familie Jurtschitsch – wie meine Verkostungen gezeigt haben – ein nicht weniger überzeugendes Sortiment.
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Wer den Sonnhof der Familie Jurtschitsch in Langenlois im Kamptal betritt, der atmet Geschichte.
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700 Jahre altes Naturkellerlabyrinth
Die Bezeichnung Familienweingut verdient der Sonnhof durch und durch. Bereits seit dem Jahre 1868 befindet er sich im Besitz der Familie Jurtschitsch. Drei Brüder stehen heute mit klar verteilten Aufgaben an der Spitze des Unternehmens: Edwin Jurtschitsch (65) pflegt die Weingärten, Paul Jurtschitsch (63) hat das Sagen bei der Vinifikation und Karl Jurtschitsch (60) ist für die Vermarktung und Geschäftsführung zuständig. Unter diesem Familientriumvirat – mittlerweile auch schon unterstützt vom 27-jährigen Alwin, dem ältesten Sohn von Edwin Jurtschitsch – erlebt der Sonnhof, der bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts eines der führenden Weingüter der Region und in den 1960er Jahren unter Josef Jurtschitsch im Kamptal am höchsten prämiert war, heute eine weitere ganz große Blütezeit. Wer den imposanten Vierkanthof in Langenlois betritt, der atmet Geschichte und wird zeitlich noch viel weiter zurückversetzt als an den Beginn der Jurtschitsch-Ära. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Sonnhof im Jahre 1541, Teile der Kelleranlagen stammen nachweislich aber bereits aus dem 14. Jahrhundert. Andächtig und staunend steht jeder Weinliebhaber, der durch die „heiligen Hallen“ des Weines geführt wird, in 14 Metern Tiefe unter der Erde vor einem Naturkellerlabyrinth mit 700-jähriger Tradition, das Seinesgleichen sucht und allein schon einen Besuch auf dem Weingut der Familie Jurtschitsch wert ist. Neben großen Holzfässern und Barriques mit den aktuellen Weinen lagern dort auch uralte Schätze bei ganzjährig konstanten 11 Grad Celsius sowie optimaler Luftfeuchtigkeit und -zirkulation. „Nicht nur im Weingarten bieten wir unseren Weinen ein optimales Mikroklima, sondern auch im Keller“, betont Karl Jurtschitsch und verweist auf den schwarzen Kellerschimmel als untrüglichen Indikator dafür.
Weinanbau in bestem Einklang mit der Natur
Doch verlassen wir bei unserem imaginären Besuch auf dem Sonnhof nun den Keller und machen uns auf zu einem Spaziergang durch die Weingärten. Seit 2006 befinden sich diese in der Umstellungsphase auf organisch-biologische Bewirtschaftung, mit dem Jahrgang 2009 wird die Familie Jurtschitsch erstmals Trauben aus zertifiziertem biologischen Anbau verarbeiten können. Dass dieser Prozess auf dem Sonnhof völlig problemlos vor sich geht und die Böden schon jetzt in bestem Zustand sind, ist kein Zufall. Bereits seit den 1970er Jahren, als auf eine reine Kompost- und Gründüngung umgestellt wurde, wird auf dem Sonnhof in Einklang mit der Natur gearbeitet. Dazu gehören unter anderem auch der Einsatz Nützlings schonender Pflanzenschutzmethoden und der Verzicht auf jegliche mechanische Bodenbearbeitung zwischen Ende Oktober und Anfang Mai. Der Lohn all dieser Bemühungen ist ein gut funktionierendes Ökosystem in den Weingärten, mit dem – in Verbindung mit Ertrags reduzierenden Maßnahmen – die Grundlage für die hohe Qualität der Jurtschitsch-Weine gelegt wird. „Das Besondere an einem Familienunternehmen ist, dass nicht in Jahresumsätzen, sondern in Generationen gedacht wird. Für den Weinbau gilt dies umso mehr, denn die Qualität der Weine unserer Kinder und Enkelkinder wird davon abhängig sein, wie naturnah wir heutzutage mit unseren Weingärten umgehen“ – ein Credo, das auf dem Sonnhof keine „neue Erfindung“ ist und dem man schon lange folgt. Dieser Tatsache verdankt die heutige Winzerfamilie Jurtschitsch auch einen besonders großen Bestand an faszinierenden Altweinen.
Terrassen in den Weinbergen und im Keller
Der Qualitätsphilosophie der Familie Jurtschitsch kommt entgegen, dass sie beträchtliche Anteile in allen Spitzenlagen rund um Langenlois bis hin zum legendären Zöbinger Heiligenstein besitzt, also in den Rieden Loiserberg, Käferberg, Ladner, Fahnberg, Dechant, Steinhaus, Spiegel, Schenkenbichl und Tanzer. Sie bieten eine große Vielfalt an unterschiedlichen Böden und mikroklimatischen Bedingungen, was auf dem Sonnhof in Terroir geprägte Weine mit eigener Handschrift umgesetzt wird. Die Ehrfurcht vor der Schöpfung schwingt auch mit, wenn die Jurtschitsch-Brüder ihre Weinberge als „Gabe Gottes“ bezeichnen und sich selbst als diejenigen sehen, welche die ehrenvolle Aufgabe der Pflege und Bearbeitung sowie die Verpflichtung haben, dieses Geschenk der Natur in bestmöglichem Zustand an spätere Generationen weiterzugeben. Die naturgegebenen Voraussetzungen und die Bewirtschaftung der Weinberge durch den Winzer ist aber nur einer von zwei wichtigen Produktionsschritten bei der Weinherstellung, der zweite muss im Keller gemacht werden – und auch dort hat die Familie Jurtschitsch spätestens mit dem Bau ihres neuen Kellers im Jahre 2000 die besten Voraussetzungen geschaffen. Seither sind nicht nur viele ihrer Weinberge in den steileren Lagen in Terrassen angelegt, sondern auch der Keller. Mit seiner ausgefeilten Konzeption auf vier Ebenen erlaubt er sowohl die Anwendung traditioneller Methoden wie moderner Techniken, genau abgestimmt auf Sorte, Jahrgang und Wein. „Wir möchten jeder Traubencharge, die aus dem Weingarten eintrifft, die idealen Vinifikationsbedingungen geben“, lautet die Philosophie von Kellermeister Paul Jurtschitsch. Das „Herzstück“ des Presshauses ist dabei der terrassenförmige Aufbau, der eine möglichst sanfte und schonende Weinbereitung garantiert. Alles passiert hier mit Schwerkraft, bis der werdende Wein zum Vergären im Naturkeller landet, Most und Maische müssen nicht einmal dem „Stress“ des Pumpens ausgesetzt werden. Heute weiß man: Die vielen Mühen bei Planung und Errichtung des neuen Kellers haben sich gelohnt – der beste Beweis dafür sind die Weine vom Sonnhof.
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14 Meter tief unter der Erde liegt das faszinierende Naturkellerlabyrinth der Familie Jurtschitsch, dessen älteste Teile rund 700 Jahre alt sind.
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Besonders breite Palette von Spitzenerzeugnissen
Die wichtigste Rebsorte für das Weingut Jurtschitsch Sonnhof ist – wie sollte es anders sein – die österreichische „Allzweckwaffe“ unter den weißen Rebsorten, der Grüne Veltliner. Mehr als die Hälfte der Rebfläche (56 %) ist damit bestockt, mit weitem Abstand folgen der Riesling (15 %) und als wichtigste rote Rebsorten Zweigelt (10 %) und Blauburgunder/Pinot Noir (6 %). In einer Größenordnung zwischen 3 und 0,5 Prozent werden außerdem Chardonnay, Weißburgunder, Rivaner (Müller-Thurgau), Sauvignon Blanc und Muskateller sowie Cabernet Sauvignon und Merlot angebaut. Viele Weinliebhaber denken beim Anbaugebiet Kamptal nur an Weißweine und diese haben mengenmäßig auch auf dem Sonnhof ein großes Übergewicht und genießen hohes Ansehen, was schon in vielen Auszeichnungen seinen Niederschlag gefunden hat. Doch im Hause Jurtschitsch darf man auch auf die zum Teil in Barriques aus Allier-Eiche ausgebauten Rotweine – wie z. B. den außerordentlichen Zweigelt Tanzer Reserve – besonders stolz sein. Auch mit seinen Roten hat das Kamptaler Weingut mittlerweile viele Meriten eingeheimst. Abgerundet wird das Sonnhof-Sortiment durch wenige, aber hoch interessante süße Prädikatsweine von eigenständigem Charakter, die alle Freunde frucht- bzw. edelsüßer Weine keinesfalls links liegen lassen sollten.
Zwei „gesegnete“ Jahrgänge für den Sonnhof
Kein Zweifel: Mit 2006 und 2007 hat man auf dem Sonnhof zwei wahrhaft „gesegnete“ Jahrgänge eingebracht. Wer bei den 2006er Weißweinen leer ausgegangen ist, kann sich trösten: Auch 2007 war für das Weingut Jurtschitsch ein hervorragendes Jahr und ich persönlich gebe den nicht ganz so üppigen, etwas eleganteren, klassischer strukturierten und vom Terroir geprägten Weine aus diesem Jahr sogar den Vorzug. Vor allem die Grünen Veltliner bestechen in diesem Jahrgang mit ihrer Klasse, Sortentypizität und Finesse. Im Jahrgang 2006 gelangen vor allem auch die Rotweine auf dem Sonnhof außerordentlich gut und die edelsüßen Spitzen haben viel Charakter – weitere Ergebnisse meiner Verkostungen.
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Terrassen nicht nur in den Weinbergen: Auch der moderne Keller der Familie Jurtschitsch ist für eine besonders schonende Weinbereitung über vier Ebenen angelegt.
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Nachfolgend die aktuellen Verkostungsnotizen der Jurtschitsch-Weine
2007 GrüVe, Qualitätswein trocken Die Erfolgsgeschichte dieses Weines geht mit der bereits 21. Auflage weiter: Mit dem GrüVe hat das Weingut Jurtschitsch einen Grünen Veltliner kreiert, der wohltuend leicht (nur 11,5 Vol.-%), fruchtig und spritzig daherkommt und zum günstigen Preis unkomplizierten Trinkgenuss mit Qualitätsanspruch bietet. Gerade das macht diesen Wein so beliebt und ist eine Formel, die auch im Jahrgang 2007 bestens aufgeht. Ein Klassiker mit frischer Frucht (grüner Apfel, etwas Zitrus) und feiner Würze, der jung getrunken sein will.
Bewertung: 14/20 Punkte Preis: 6,40 Euro
2007 Grüner Veltliner Steinhaus, Qualitätswein trocken Obwohl merklich gehaltvoller als der GrüVe, verkörpert auch der Steinhaus mit 12,5 Vol.-% immer noch den leichteren und bekömmlichen Typus des Grünen Veltliners. Grüner Apfel, Birne, Kräuter und Heu erkennt man im sortentypischen Bukett, während der Wein im Mund mit einer prononcierten Säure fast spielerisch über den Gaumen läuft, begleitet vom charakteristischen „Pfefferl“ (einem Geschmackseindruck, der an Pfeffer erinnert). Auch der Steinhaus sollte über die nächsten zwei bis drei Jahre getrunken werden.
Bewertung: 15/20 Punkte Preis: 7,90 Euro
2007 Grüner Veltliner Loiserberg, Qualitätswein trocken Der terrassierte Loiserberg mit seinem kargen und steinigen Boden, der die Reben tief zu wurzeln zwingt, ist eine Paradelage für den Grünen Veltliner und im Jahr 2007 gelang ein Wein, der seine Vorzüge wie tiefe Fruchtigkeit, Vielschichtigkeit und Mineralität optimal zur Geltung bringt. Die Frucht (Marillen und sogar etwas Mango) ist deutlich gelber als der in seiner Art aber kaum weniger reizvolle Steinhaus und der Wein hat etwas mehr Tiefe. Im Mund entfaltet er eine feine Cremigkeit als Gegenpol zur schönen Säure und gute Länge.
Bewertung: 15,5/20 Punkte Preis: 10,40 Euro
2007 Grüner Veltliner Dechant, Alte Reben, Qualitätswein trocken Wenn man das Preis-/Leistungsverhältnis berücksichtigt, dann ist der Dechant klarer Sieger meiner Verkostung. Ein Wein, der mich vom ersten Riechen in seinen Bann gezogen hat. Der tiefgründige Lehm-Löss-Boden in der Lage Dechant, die über 45 Jahre alten Reben und die späte Lese des vollreifen Traubengutes geben diesem Wein enorm viel Substanz, Tiefe und Reifepotenzial (sicher für 12 Jahre). Ich notiere: gelbe Früchte (Marillen, Pflaumen) und Gewürze mit exotischem Einschlag, am Gaumen schöner Schmelz im Spiel mit reifer Säure, sehr nachhaltig mit viel Rückaroma – mit einem Wort ein großartiger Grüner Veltliner.
Bewertung: 17–17,5/20 Punkte Preis: 15,20 Euro
2007 Grüner Veltliner Käferberg, Qualitätswein trocken Der Käferberg ist einer von drei Weinen (neben Schenkenbichl und Spiegel), mit denen man das Maximum an Konzentration aus dem Grünen Veltliner herauszuholen und ihn in der Qualität auszureizen versucht – vergleichbar den Smaragd-Weinen aus der Wachau, von denen aber nur wenige die gleiche Klasse erreichen. Grüner Veltliner von dieser Opulenz und mit einem so klar von exotischen Früchten geprägten Bukett (mit feinen Kräuternoten) ist für viele Weintrinker sicher eine neue, aber umso lustvollere Erfahrung – vor allem wenn dieser Wein am Gaumen „explodiert“ und ihn mit seinem Schmelz nachhaltig belegt.
Bewertung: 17,5/20 Punkte Preis: 23,50 Euro
2007 Riesling Zöbinger Heiligenstein, Qualitätswein trocken Der Zöbinger Heiligenstein ist ein spektakulärer „Berg“ und eine legendäre Riesling-Lage mit einer äußerst seltenen geologischen Formation und Rebflächen, die in einem geschlossenen Naturschutzgebiet liegen. Der karge rötliche Wüstensandstein hat Konglomerate aus Vulkanbestandteilen aus der Perm-Zeit, die rund 270 Millionen Jahre alt sind. Typisch für Heiligenstein-Rieslinge sind mineralische Noten, wie man sie in dieser starken Ausprägung sonst nur an der Mosel findet. Ein charaktervoller Wein mit viel Potenzial und „Pflichtprogramm“ für jeden Riesling-Fan, auch wenn er sich momentan noch unnahbar und säurebetont präsentiert und ein paar Jahre Geduld verlangt.
Bewertung: 16–16,5/20 Punkte Preis: 12,70 Euro
2007 Riesling Zöbinger Heiligenstein, Alte Reben, Qualitätswein trocken Von den ältesten Riesling-Beständen im Heiligenstein mit einem durchschnittlichen Alter von 47 Jahren und natürlich reduziertem Ertrag wird von der Familie Jurtschitsch ein getrennt ausgebauter und charakterstarker Riesling produziert, der den Vergleich mit Toprieslingen aus Deutschland nicht zu scheuen braucht. Im Vergleich zu seinem „kleinen Bruder“ hat er mehr Körper und eine vielleicht noch ausgewogenere Struktur mit einem etwas höheren Restzucker und großer Finesse. All das lässt ihn trotz seiner Jugend und seines Reifepotenzials von etwa 12 Jahren schon jetzt recht harmonisch schmecken und riechen (Pfirsich, Stachelbeere, etwas Rhabarber, zupackende Mineralität und Würze).
Bewertung: 17–17,5/20 Punkte Preis: 18,60 Euro
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2006 Rotspon Classic, Qualitätswein trocken Wenn 2006 als exzellenter Jahrgang gilt, so trifft dies vielleicht auf die Rotweine noch etwas mehr als auf die Weißweine zu. Jedenfalls haben die Rotweine vom Sonnhof große Klasse – von den einfacheren Trinkweinen bis zu den Premiumweinen. Der Rotspon ist eine Cuvée aus Blauburgunder, Zweigelt und Merlot, die sich in diesem Wein sehr gut ergänzen. Die hohe Traubenreife ist Garant für seine ausgeprägte Fruchtigkeit (Brombeeren, Blaubeeren, Kirsche) und die ausgewogene Säure-/Süßestruktur. Auch die feine Marzipannote und das fruchtbetonte Finale passen sehr gut ins Gesamtbild des Rotspon mit Potenzial für 8 Jahre.
Bewertung: 15,5/20 Punkte Preis: 12,30 Euro
2006 Pinot Noir Reserve, Qualitätswein trocken Erst kürzlich habe ich den 2003er dieses raren Weines verkostet – das pure Vergnügen und ein Pinot Noir in einem sehr schönen Reifezustand, auch wenn er noch einiges Potenzial hat. Der 2006er dürfte sogar noch etwas mehr Substanz haben, präsentiert sich derzeit aber natürlich noch primärfruchtig (Erdbeere, Kirsche) mit rauchigen Noten und ohne die Finessen des gereifteren Jahrgangs 2003. Doch wer hochwertigen Pinot Noir kennt, der weiß, dass diese Weine Zeit brauchen, um ihre Klasse zu entfalten; dann aber ist diese Rebsorte einzigartig und die Reserve vom Sonnhof ein Wein, an dem kein Pinot-Fan vorbeikommt.
Bewertung: 16,5–17,5/20 Punkte Preis: 20 Euro
2006 Zweigelt Tanzer Reserve, Qualitätswein trocken Die Lage Tanzer ist – zumindest den Weinfreunden hierzulande – vielleicht nicht so bekannt wie andere Rieden im Kamptal, doch handelt es sich durch die tiefgründigen, schweren Lehm-Löß-Böden um eine Toplage für rote Reben, wie gemacht für die österreichische Paraderebsorte Zweigelt. Nur allerbestes und spät gelesenes Traubengut ist dabei für den Tanzer gut genug. Obwohl bis auf 1,2 Gramm Restzucker durchgegoren und auch wenn er seine optimale Trinkreife erst in 3 bis 4 Jahren erreichen wird, zeigt sich dieser Wein in seiner ganzen Fruchtigkeit (Waldbeeren, Kirsche) und mit seinem geschmeidigen Säure-/Tanningerüst schon jetzt charmant und verführerisch. Ein großer Jahrgang für den Tanzer.
Bewertung: 17–17,5/20 Punkte Preis: 22,10 Euro
2006 Grüner Veltliner Schenkenbichl Auslese, Prädikatswein süß (0,375 l) Die Familie Jurtschitsch produziert nur wenige ausgewählte Süßweine, doch diese verdienen unbedingt Beachtung, so wie diese Auslese vom Grünen Veltliner aus der großartigen Lage Schenkenbichl. In das vielschichtige Bukett mischen sich Anklänge von gedörrten gelben Früchten, exotischer Würze und Botrytis, am Gaumen begleitet von Honignoten. Das schöne Süße-/Säurespiel (bei 7,3 % Säure und 76 g/l Restzucker) hinterlässt einen sehr eleganten und harmonischen Geschmackseindruck. Die Familie Jurtschitsch zeigt hier, dass auch Grüner Veltliner überaus reizvolle Süßweine hervorbringen kann.
Bewertung: 16,5/20 Punkte Preis: 12,40 Euro
2003 Riesling Zöbinger Heiligenstein TBA, Prädikatswein süß (0,375 l) In diesem Jahrgang gelang dem Weingut Jurtschitsch vom Zöbinger Heiligenstein eine wirklich spektakuläre Trockenbeerenauslese in homöopathischer Menge. Die mit dem weißen Schimmel der Edelfäule überzogenen und rosinierten Trauben dafür wurden sehr spät von Hand geerntet und schonend verarbeitet. Das Ergebnis ist ein Süßwein mit konzentrierten Botrytisnoten, exotischen Früchten (Mango, Passionsfrucht, Maracuja), aber auch Dörrobst, Karamell und Honig. Die gewaltige Süße tapeziert den Gaumen, dennoch sind auch feine Säureadern mit im Spiel. Ein eindrucksvoll dimensionierter Süßwein, der extremes Alterungspotenzial besitzt.
Bewertung: 18/20 Punkte Preis: 40 Euro
Kontaktadresse und Bezugsquelle: Weingut Jurtschitsch Sonnhof, Rudolfstraße 39, A 3550 Langenlois/Österreich, Telefon +43(0)2734-2116, Fax +43(0)2734-2116-11, E-Mail office@jurtschitsch.com, Internet www.jurtschitsch.com
Anmerkung: Die angegebenen Preisen sind Endverbraucherpreise inklusive Mehrwertsteuer ab Weingut. Gesonderte Gastronomie- und Händlerkonditionen sowie Lieferbedingungen sind ebenso beim Weingut direkt zu erfragen wie Bezugsquellen in Deutschland (siehe auch Homepage).
Copyright: Manfred Hailer, im Oktober 2008
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Weinkenner aus Passion: Manfred Hailer
Am Anfang stand vor mehr rund 30 Jahren ein wenig Interesse am Wein, aber schnell wurde daraus eine große Leidenschaft: Schon bald befriedigte Manfred Hailer, hauptberuflich Redakteur bei einer großen Tageszeitung im südbayerischen Raum, der Genuss guter Tropfen alleine nicht mehr, sondern wurde auch sein Wissensdurst größer und größer.
Der heute 52-Jährige nutzte deshalb zunächst selbst alle Möglichkeiten, um tiefer in die Geheimnisse des Rebensaftes einzudringen – von der Weinliteratur über Weinreisen und den Besuch großer Verkostungen etc. bis hin zur Teilnahme an anerkannten Seminaren bei Veranstaltern/Institutionen im In- und Ausland.
Mittlerweile hat Manfred Hailer rund 15.000 Weine professionell verkostet, sodass er aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen kann. Seit nunmehr rund 15 Jahren hat der 52-Jährige aus seiner Weinpassion so etwas wie seinen Nebenberuf gemacht und bietet ein umfangreiches „Weinmanagement“ von Gestaltung und Leitung von Weinseminaren über die Organisation von Weinreisen bis hin zur Beratung von Restaurants bei Weineinkauf und Gestaltung von Weinkarten.
Außerdem ist Manfred Hailer Mitinhaber eines Redaktionsbüros mit den Themenschwerpunkten Essen/Trinken und Mitautor mehrerer Bücher in dieser Sparte.
Das Weinmanagement von Manfred Hailer:
*** Organisation und Leitung von Weinseminaren (Programm auf Anfrage) *** Weinvorträge zu den verschiedensten Themen *** Durchführung und Kommentierung von Weinverkostungen *** Beratung von Restaurants beim Weineinkauf *** Moderne Gestaltung von Weinkarten *** Weinkommentierung zu besonderen Menüs *** Organisation von Weinreisen (Besuchen bei Winzern)
Kontaktadresse: Manfred Hailer, Dr.-Mayer-Straße 9, 85298 Scheyern, Tel. 0170/800213 Fax 08441/86940 E-Mail claudia.daiber@gmx.de
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© 2008 - 2009 MF
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Erklärung zum Urheberrecht!
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